Entwicklung

Warum wir nicht für jedes Problem eine neue Software bauen sollten

Individualsoftware ist wertvoll, wenn sie ein echtes Problem löst. Sie sollte jedoch nicht der automatische erste Schritt bei jeder digitalen Fragestellung sein.

Warum wir nicht für jedes Problem eine neue Software bauen sollten

Für Entwickler liegt bei einem Problem eine Lösung besonders nahe:

Software bauen.

Doch Individualsoftware sollte nicht automatisch der erste Schritt sein. Eine technisch interessante Lösung ist nicht zwangsläufig eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung.

Die Reihenfolge zählt

Bevor etwas Neues entwickelt wird, helfen einige aufeinander aufbauende Fragen:

  1. Problem verstanden?
  2. Prozess verstanden?
  3. Kann ein bestehendes Werkzeug das Problem lösen?
  4. Reicht eine bessere Konfiguration?
  5. Können vorhandene Systeme verbunden werden?
  6. Kann ein kleiner Teil automatisiert werden?
  7. Erst dann: Brauchen wir tatsächlich Individualsoftware?

Dieser Weg soll Entwicklung nicht verhindern. Er sorgt dafür, dass Entwicklung dort beginnt, wo sie tatsächlich einen Mehrwert schafft.

Ein Beispiel aus dem Handwerk

Ein Handwerksbetrieb möchte Informationen von der Baustelle besser ins Büro bekommen.

Die erste Idee könnte eine eigene Baustellen-App sein. Vielleicht braucht es aber zunächst gar keine neue App.

Möglicherweise reicht es, einen vorhandenen Kommunikationsweg strukturiert mit einem bestehenden System zu verbinden. Vielleicht genügt eine klarere Übergabe, ein besseres Formular oder eine kleine Automatisierung, die Informationen vorbereitet.

Erst wenn daraus Anforderungen entstehen, die vorhandene Werkzeuge nicht sinnvoll erfüllen können, wird Individualentwicklung interessant.

Wann neue Software sinnvoll wird

Individualentwicklung ist besonders wertvoll, wenn sie ein echtes Problem löst, das mit vorhandenen Mitteln nicht sinnvoll abgebildet werden kann.

Das kann der Fall sein, wenn:

  • fachliche Regeln sehr spezifisch sind,
  • mehrere bestehende Systeme eine eigene Prozessschicht benötigen,
  • zentrale Informationen nicht sinnvoll zusammenkommen,
  • Standardwerkzeuge den relevanten Ablauf dauerhaft nur mit Workarounds abbilden,
  • aus wiederkehrenden Einzellösungen ein belastbares Produkt oder eine Plattform werden kann.

Sie sollte jedoch kein Selbstzweck sein.

Die Kernaussage

Gute Digitalisierung erkennt nicht nur, welche Software man bauen könnte – sondern auch, wann man keine bauen sollte.

Technologie soll dem Unternehmen folgen – nicht das Unternehmen einer technischen Idee.

Das erklärt zugleich, warum eLords mit bestehenden Systemen und Automatisierungen arbeitet und zugleich eigene Plattformen und Software entwickelt. Entscheidend ist nicht die Art der Lösung, sondern ob sie dem tatsächlichen Problem und dem Arbeitsalltag gerecht wird.